Pressemitteilung vom 11. Januar 2018

Pressemitteilung vom 11. Januar 2018

Das EMAF umfasst in diesem Jahr wieder fünf internationale Sektionen: das Film- und Videoprogramm, die Ausstellung, eine Konferenz, den Media Campus INIT und den Bereich Performance.

Mehr als 2000 Künstlerinnen und Künstler haben ihre Arbeiten aus den verschiedenen Sparten beim EMAF eingereicht. Derzeit beraten die Auswahlkommissionen darüber, welche Filme, Installationen oder Arbeiten aus dem Bereich Expanded Media sie während des 31. European Media Art Festivals zeigen werden.

Auch in diesem Jahr beschäftigt sich das Festival wieder mit einem aktuellen Thema, das in allen Sektionen und in spartenüberschreitenden Projekten zu finden sein wird:

„Report - Notizen aus der Wirklichkeit“.

Hintergrund ist das wachsende Interesse von Künstlerinnen und Künstlern an dokumentarischen und journalistischen Arbeitsweisen. Welche neuen Perspektiven eröffnen sich, wenn die Neuigkeiten von gestern noch einmal aus künstlerischer Sicht betrachtet werden? Wie lässt sich von der Wirklichkeit erzählen, wenn die Bilder dazu fehlen? Und wie kann Medienkunst im Fall von politischen Krisen aktiv intervenieren oder sogar neue Kräfteverhältnisse herstellen? Künstlerinnen und Künstler untersuchen dazu komplexe aktuelle oder historische Ereignisse und erarbeiten so ein eigenständiges Bild von Geschichte(n). Dabei entlarven sie Berichte oder Geschichtsschreibungen als unvollständig, konstruiert oder sogar falsch, und relativieren so politisch, gesellschaftlich und journalistisch vorgezeichnete Ansichten.

Zwei Phänomene scheinen dieser Entwicklung in der künstlerischen Arbeit zugrunde zu liegen: zum einen der als krisenhaft und unübersichtlich empfundene gesellschaftliche und politische Status quo, und zum anderen der prekäre Status journalistischer Bilder.

Das EMAF fragt also, wie künstlerische Berichte und Bilder neue Zugänge zur Wirklichkeit eröffnen und inwiefern sie dabei journalistische Formen übernehmen, überschreiten oder widerlegen können.

Dazu werden die in der Ausstellung gezeigten aktuellen Projekte interdisziplinär erweitert und mit thematisch bezogenen installativen Arbeiten, kuratierten Kurzfilmprogrammen und Lectures verknüpft.

Wir laden Sie herzlich ein, uns in den kommenden Monaten zu begleiten und über das 31. European Media Art Festival zu berichten!