Newsletter 5: das Filmprogramm

EMAF 2018 - das Filmprogramm

Es geht los!! In acht Tagen beginnt das 31. EMAF! An unseren Ausstellungsorten wird schon fleißig ausgepackt und aufgebaut. Und auch vom Filmprogramm gibt´s Neuigkeiten:
Über mehrere Monate hat unsere fünfköpfige Filmkommission rund um Ralf Sausmikat die fast 2.000 beim EMAF eingereichten Filme gesichtet, sie bewertet und darüber beraten. Herausgekommen ist ein sehenswertes und spannendes Programm, das von sorgfältig recherchierten Dokumentarfilmen über persönliche Reflektionen bis hin zum gesamtgesellschaftlichen Diskurs reicht. Bei den Filmen handelt es sich nicht um Kurzfilme oder Spielfilme im klassischen Sinne – es sind vielmehr Arbeiten, die im Spannungsfeld zwischen narrativem Experiment, dokumentarischem Blick und visueller Kunst angesiedelt sind.
Zu den populären Langfilmen zählt beispielsweise Middle of Beyond von Keren Cytter oder Hell´s Bells von John Bock. Letzterer zeigt Lars Eidinger als Saloon-Marquis de Sade, der sich als Dragqueen mit vor das Gesicht gebundenem Rehbockschädel vor der Kamera produziert. Middle of Beyond erzählt die Geschichte des dreißigjährigen Malte, der verzweifelt versucht, ein Dichter zu sein, aber es dabei versäumt, persönliche Beziehungen zu seinen Mitmenschen aufzubauen.
Das von Katrin Mundt kuratierte Filmprogramm zum diesjährigen Thema „Report – Notizen aus der Wirklichkeit“ ist ein Experiment im Doppeltsehen. Es navigiert an den Schnittstellen zwischen journalistischer und künstlerischer Repräsentation von Realität und versucht, die Momente gegenseitiger Durchdringung, Anziehung und Abstoßung auszumachen. Dabei ist der Blick nicht nur auf die Gegenwart gerichtet; er sucht auch im Nebeneinander von früheren und neueren Filmen nach verwandten Formen und strategischen Ansätzen, nach den Echos vergangener Wirklichkeiten im Heute.
Ein Beispiel ist der Film Shadow World des belgischen Filmemachers Johan Grimonprez. Er zeichnet, basierend auf dem gleichnamigen Buch des ehemaligen Politikers und Autors Andrew Feinstein, die korrupten Verwicklungen von Politik und globalem Waffenhandel nach. In einem dichten Gewebe aus Found Footage, ExpertInnen-Interviews und fiktiven erzählerischen Passagen vermittelt der Film die perverse Logik einer Politik, die Angst schürt, um Macht zu erhalten, und Bedrohungen erfindet, von denen jene profitieren, die die Waffen zu ihrer scheinbaren Bekämpfung liefern.
Zur Präsentation und Diskussion ihrer Filme wird wieder eine Vielzahl der Autoren aus der ganzen Welt nach Osnabrück anreisen. Zwei Jurys wählen währenddessen die Künstler aus, die am Samstagabend in der Lagerhalle einen der drei Preise bekommen werden. Der Eintritt zur Preisverleihung ist wie immer frei.
Wir freuen uns auf Euren Besuch und schicken herzliche Grüße vom Team des European Media Art Festivals 2018!