EMAF Exhibition

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First Person Plural wirft einen neuen, kritischen Blick auf die Nutzung des „Ichs“ als Ressource und macht es in seinen multiplen und kollektiven Dimensionen sichtbar. Ausgehend vom Titel bzw. dem Verhältnis zwischen „Ich“ und „Wir” setzen sich die Künstler*innen der Ausstellung mit aktuellen Identitätsfragen und Fragen nach der Beeinflussung von Selbstdarstellung und -wahrnehmung durch digitale Kommunikationstechnologien auseinander.

Anstatt an der Vorstellung einer singulären Identität festzuhalten, vollziehen sie dabei wiederholt Perspektivwechsel, die das Verlangen nach Zugehörigkeit offen thematisieren und subversiv hinterfragen. Schließlich ist das Individuum immer auch auf andere angewiesen, um das eigene Ich zu definieren. Es lässt sich kaum als geschlossenes Subjekt betrachten, sondern in Abgrenzung oder Zugehörigkeit vielmehr als eine Ansammlung von verschiedenen ›Wirs‹. Dieser Ökologie von Beziehungen nähern sich die versammelten Arbeiten auf unterschiedliche Weise, schließen sowohl nicht-menschliche Akteure als auch neue Technologien, durch die Identität konstruiert wird, mit ein. Gleichzeitig scheuen sich die Teilnehmer*innen der Ausstellung In ihrer Vielstimmigkeit auch nicht davor, die eigene künstlerische Wirkmacht in gesellschaftlichen Debatten zur Disposition zu stellen.

Die Ausstellung First Person Plural eröffnet Fragen danach, wer oder was überhaupt „Ich“ sagen, sich Gehör und Geltung verschaffen kann? Wieviel „Wir“ das „Ich“ enthält? Und wieviel „Ich“ „Wir“ uns heute noch erlauben können? Oder was es bedeutet, in der Kunst „Ich“ zu sagen. Gerade in Zeiten von Populismus und Ausgrenzung ist es relevant besser zu verstehen, welche Mittel zur ›Wir‹-Bildung genutzt werden und welche Konsequenzen sich daraus ergeben könnten.

"Goal" by Christian Falsnaes