Ausstellung

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Der Journalismus galt einst als „vierte Gewalt“, als unabhängiger und kontrollierender Beobachter. In jüngerer Zeit wird allerdings zunehmend der Verdacht geschürt, er versage als neutraler Berichterstatter und folge vorrangig den Verlautbarungen der etablierten Politik und Wirtschaft. Stattdessen hat sich im digitalen Zeitalter eine Unzahl kaum zu differenzierender Formen von Öffentlichkeit und schwer durchschaubarer Akteure etabliert, die die „Wahrheit“ für sich beanspruchen. Und die die Wahrnehmung der Wirklichkeit auf so polyphone Weise durchdringen, dass Kategorien wie Fiktion und Wahrheit ihre Wirkmacht verloren zu haben scheinen und in einem einzigen Informationsrausch untergehen.

Angesichts der fehlenden Unterscheidungs- und Deutungskraft begibt sich nun ausgerechnet die Kunst auf die Suche nach der Wirklichkeit und nach neuen Kriterien der Unterscheidbarkeit und Verständigung. Die EMAF-Ausstellung will zeigen, wie künstlerische Berichte und Bilder neue Auseinandersetzungen mit der Realität eröffnen, und inwiefern sie journalistische Formen übernehmen, transformieren oder widerlegen. Und damit vielleicht einen Ausblick geben auf das, was an Arbeit vor uns liegt; auf kommende Entwicklungen hin zu einem Blick auf die Wirklichkeit, der nie einfach und vereinfachend war und ist, der uns die Komplexität unserer Welt klar vor Augen hält und trotzdem Wege aufzeigt, konstruktiv mit dieser Komplexität umzugehen.